“Ein idealer Realitätscheck für meinen Prototypen!”

Wie Eike Langbehn vom Award-Gewinner zum Start-Up-Gründer wurde

2019 gewann Dr. Eike Langbehn mit seiner Demo “SpaceWalk” den DIVR Science Award in der Kategorie “best concept”. In diesem Jahr ist er mit seinem Startup “Curvature Games” für den StartUp-Pitch des Places _ VR Festivals nominiert. Wir haben mit ihm gesprochen und gefragt wie er den DIVR Science Award erlebt hat und was danach passierte.

Was war damals deine Intention bei der Bewerbung? Wie bist du auf die Bewerbung gestoßen?
Ich glaube ich habe ein Poster in der Uni gesehen oder es kam eine Mail über einen Hochschulverteiler. Und da dachte ich mir, dass das wie eine ideale Gelegenheit klingt, meine Demo die ich im Rahmen meiner Forschungsarbeit gebaut habe zu präsentieren.

Ganz kurz in zwei Sätzen für den Laien: Mit welchem Projekt hattest du dich beworben?
Beim SpaceWalk geht es um eine Demonstration der Redirected Walking Technologie. Diese ermöglicht es Nutzern sich im realen Raum zu bewegen und dabei im virtuellen Raum viel größere Strecken zurückzulegen. Z.B. läuft man real Kreis, geht in der VR aber gerade aus und bewegt sich so ohne den Raum zu verlassen über große Distanzen. An der Demo an sich habe ich ca. 6 Wochen gearbeitet – die Forschung dazu dauerte aber ca. 5 Jahre.

Wie hast du den Award-Tag an sich erlebt?
Ich habe mir selbst vor Ort auch die anderen Projekte angeschaut und war beeindruckt von dem was da alles am Start war. Am besten war allerdings das Feedback, das ich von den Besuchern an dem Tag bekommen haber. Das war ein super Realitätscheck für unsere damals noch junge Start-Up-Idee.

Hast du dir vorher Chancen auf den Gewinn ausgerechnet?
Nein nicht direkt – ich dachte, das Ganze wäre zu verkopft und akademisch. Ich hätte geglaubt, dass andere Projekte, die inhaltlich und grafisch weiter sind dort bessere chancen haben. Vielleicht war meine Demo für die Kategorie “best concept” aber auch genau das richtige.

Was ist nach dem Award passiert? Was ist im letzten Jahr aus dem Projekt geworden?
Mit einem Start-Up im Team (Dennis Briddigkeit und Hannah Paulmann) war ich von Mai bis Oktober im Inkubator bei nextMedia.Hamburg.

Dort haben wir viele Coachings zur Unternehmensgründung absolviert und viel übers Business gelernt. Das war alles noch nebenbei neben unseren regulären Jobs. Dann haben wir uns für das EXIST Gründerstipendium (BMWi) beworben – und wurden angenommen. Aktuell befinden wir uns mit Vollgas in der Produktentwicklung.

Welchen Beitrag hatte der Award in der Entwicklung des Projekts?
Der Award-Tag war ideal um herauszufinden, ob das nicht nur für mich spannend und relevant ist. Dass ein breiteres Spektrum und auch die VR-Szene das wertgeschätzt hat war ein großer Motivator der mich durch das letzte Jahr getrieben hat. Eine tolle Erfahrung!